Seit der Implosion der Supermacht Sowjetunion haben sich die Gewichte der Welt nachhaltig verschoben. Zwar hat das russische Imperium
unter Putin zu innerer Stabilität zurückgefunden, doch an seinen Außengrenzen brodelt es. Im Westen üben NATO und EU durch ihre forcierte
Osterweiterung beträchtlichen Druck aus, im Süden beschwört die radikale Re-Islamisierung neue Gefahren herauf, und im Osten sind die dünn
besiedelten Weiten Sibiriens dem Bevölkerungsdruck und Wirtschaftsboom Chinas ausgesetzt.
Dieser Zangengriff, dem sich Putins Rußland an seiner West-, Süd- und Ostflanke gegenübersieht, wird unvermeidlich extrem nationalistische
Reaktionen hervorrufen.
Zwischen Smolensk und Wladiwostok steuert alles auf eine weltpolitische Krise zu. Scholl-Latour versteht es glänzend, unmittelbare
Erlebnisse und jahrzehntelange Erfahrungen zu einem eindringlichen Gesamtbild zusammenzufügen und deutlich zu machen, dass die Vorgänge in
diesen Konfliktregionen uns unmittelbar betreffen.
Peter Scholl-Latour hat die russischen Grenzgebiete von Minsk bis Wladiwostok bereist. In gewohnt souveräner Manier schildert er seine
Eindrücke und macht deutlich, wie sehr die Vorgänge in diesen Konfliktregionen uns unmittelbar betreffen.
Donnerstag, 20. September 2007